Die Einstiegsqualifizierung ist ein sozialversicherungspflichtiges Langzeitpraktikum mit einer Dauer von bis zu zwölf Monaten und dient vielen Jugendlichen als verlässliche Brücke zur Vermittlung in den regionalen Arbeitsmarkt. Das Praktikum bietet sowohl Unternehmen als auch Praktikanten die Möglichkeit, individuelle Fähigkeiten im Arbeitsalltag zu prüfen und weiterzuentwickeln – mit dem klaren Ziel einer anschließenden Berufsausbildung. Die Einstiegsqualifizierung bringt für beide Seiten nur Vorteile: Neben finanziellen Zuschüssen sparen sich die Arbeitgeber vor allem eine aufwändige Einarbeitungszeit. Sie kennen die persönlichen Stärken des Auszubildenden und haben gleich zu Beginn einen Mitarbeitenden, der die individuellen Anforderungen des Betriebes gut kennt. Auf der anderen Seite kann der Auszubildende schon vor der Ausbildung spezifische Erfahrungen vorweisen und startet die Ausbildung selbstbewusst in einem vertrauten Rahmen. Damit wird das Risiko eines Ausbildungsabbruchs reduziert und gleichzeitig auch die Chance auf eine Übernahme in ein festes Arbeitsverhältnis erhöht.
Für den 26 Jahre alten Vitalii Krokhmal war der Beginn einer Ausbildung zum Elektroniker alles andere als einfach. Als ukrainischer Flüchtling kam er vor zwei Jahren nach Deutschland und musste sich beruflich komplett neu orientieren. Nachdem er sich über einen Integrationskurs erste grundlegende deutsche Sprachkenntnisse aneignen konnte, bot sich ihm im Oktober 2025 die Möglichkeit, eine Einstiegsqualifizierung bei der Firma Elektro Petersen in Langballig zu beginnen. Dabei sollte in einem ersten Schritt die grundsätzliche Eignung für eine Ausbildung geprüft werden. „Zu Beginn war es aufgrund meiner Sprachschwierigkeiten nicht einfach für mich, aber ich habe mich hier von Anfang an sehr wohl gefühlt“, sagt Vitalii Krokhmal.
Der Senior-Chef Bernd Petersen sieht sich in der Entscheidung für das Langzeitpraktikum rückblickend positiv bestätigt: „Wir freuen uns über unseren neuen Mitarbeiter. Bisher haben wir fast immer gute Erfahrungen mit Langzeitpraktikanten gemacht und wir kooperieren dabei gerne mit dem Jobcenter Flensburg. Gerade in den schwierigen Zeiten des Fachkräftemangels sind wir für eine professionelle Unterstützung von außen sehr dankbar!“
„Wir haben bisher fast immer gute Erfahrungen mit Langzeitpraktikanten gemacht und kooperieren dabei gerne mit dem Jobcenter Flensburg.“
Bernd Petersen (Senior-Chef Elektro Petersen)
Aufgrund der beruflichen Erfahrungen in der Ukraine im elektronischen Bereich zeigte sich schnell, dass die fachlichen Voraussetzungen bei Herrn Krokhmal vorhanden sind. Allerdings war die Kommunikation zu Beginn aufgrund der eingeschränkten Sprachkompetenzen nicht immer ganz einfach. Aus diesem Grunde erhielt Herr Krokhmal zusätzliche Unterstützung durch die sogenannte assistierte Ausbildung (AsA), in deren Rahmen er zusätzlichen Sprachunterricht erhielt.
Die AsA ist ein kostenloses Förderprogramm der Agentur für Arbeit und der Jobcenter für Ausbildungsbetriebe, das Jugendliche unterstützt, ihre betriebliche Berufsausbildung erfolgreich zu absolvieren. Ziel ist es, Ausbildungsabbrüche zu verhindern und Jugendliche mit Förderbedarf (z. B. durch Sprachbarrieren, Lernschwierigkeiten oder persönliche Herausforderungen) einen Berufsabschluss zu ermöglichen. Dadurch – und durch die tagtägliche Zusammenarbeit im Team – verbesserten sich die Sprachkenntnisse von Herr Krokhmal zunehmend und einem Ausbildungsbeginn im August 2026 stand nichts mehr im Wege. „Wir freuen uns, mit Vitalii Krokhmal zukünftig eine qualifizierte und verantwortungsbewusste Fachkraft im Betrieb zu haben“, sagt ein zufriedener Lasse Nielsen, der als Betriebsnachfolger das Unternehmen leitet.

Vitalii Krokhmal (rechts) wird im Rahmen seiner Ausbildung intensiv von Lasse Nielsen betreut.
„Wir freuen uns, mit Vitalii Krokhmal zukünftig eine qualifizierte und verantwortungsbewusste Fachkraft im Betrieb zu haben.“
Lasse Nielsen (Betriebsnachfolger Elektro Petersen)
Auch Silke Jahn vom Jobcenter Flensburg freut sich über die gelungene Ausbildungsvermittlung. „Der Fall zeigt sehr gut das große Potenzial für den regionalen Ausbildungsmarkt, das mit vergleichsweise geringem Aufwand aktiviert werden kann. Dies bedarf seitens der Unternehmen einfach nur einen etwas anderen Blick auf Bewerber, die nicht gleich zu Beginn die idealtypischen Voraussetzungen mitbringen.“

Sie freuen sich über den offiziellen Abschluss des Ausbildungsvertrags: Lasse Nielsen, Silke Jahn und Vitalii Krokhmal (v.l.n.r.)
Langzeitpraktikum (Einstiegsqualifizierung)
Die Einstiegsqualifizierung (EQ) für Jugendliche ist ein betriebliches Langzeitpraktikum. Die EQ dauert mindestens vier, höchstens aber zwölf Monate und dient der Vorbereitung auf einen anerkannten Ausbildungsberuf. Eine EQ kommt erst dann in Frage, wenn trotz intensiver Bemühungen kein Ausbildungsplatz gefunden wurde.
Sie als Arbeitgebende können mit einem Zuschuss zur Vergütung bis zu 276,- Euro monatlich (zuzüglich pauschalisiertem Anteil am durchschnittlichen Gesamtsozialversicherungsbeitrag) gefördert werden. Die Förderung muss von Ihnen vor Beginn der EQ beantragt werden.
Kontakt
Herr Kraemer
0461 – 819 798
jobcenter-flensburg.flensnetz@jobcenter-ge.de




