27.03.2026

Nebenverdienst als Sprungbrett nutzen

Eine erfolgreiche Kooperation: Herr Fabian (Jobcenter Flensburg) sowie Aram Aleksanyan und Marc Laskoswki von der Firma „Der Carwrapper“ (v.l.n.r.).

Kernaufgabe des Jobcenters Flensburg ist die nachhaltige Integration ihrer erwerbsfähigen Kundinnen und Kunden in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Ein gutes Sprungbrett, um dieses Ziel zu erreichen, kann eine bereits bestehende geringfügige Be-schäftigung sein, die aktuell von über 500 Bürgergeldempfängern in Flensburg ausgeübt wird. Mit dem daraus resultierenden Einkommen können sie ihren Lebensunterhalt – den so genannten Grundbedarf – nicht bestreiten und erhalten deshalb weiterhin finanzielle Unterstützung. Für 2026 hat sich das Jobcenter Flensburg vorgenommen, möglichst viele Menschen vom Nebenverdienst in eine Vollzeitstelle zu bringen. Dies kann neben der Beratung und Vermittlung nach Bedarf auch passgenaue Qualifizierungen beinhalten. Ziel ist, neben der Erhöhung der beruflichen Qualifikation eine langfristige soziale Absicherung, welche gleichzeitig zu mehr Teilhabe am Arbeitsleben und an der Gesellschaft führt.

„Von solchen Menschen müssten wir mehr haben – ein echter Glücksgriff!“, sagt ein hoch zufriedener Marc Laskowski. Der Geschäftsinhaber der Firma „Carwrapper“ aus Handewitt drückt damit seine große Wertschätzung über seinen aus der Ukraine stammenden Mitarbeiter Aram Aleksanyan aus. Nach einem Praktikum und einem „Minijob“ gehört Herr Aleksanyan seit Mitte des Jahres zum festen Team. Diese gelungene Arbeitsmarktintegration ist mit Unterstützung von Roman Fabian erfolgt, der im Rahmen seiner Tätigkeit als Integrationskraft beim Jobcenter Flensburg rund 40 Erwerbslose mit Nebentätigkeiten betreut. Ziel seiner Tätigkeit ist, diesen Personen innerhalb von sechs bis zwölf Monaten einen Vollzeitjob zu vermitteln. „Auch wenn es für einige Menschen, z. B. aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen oder Betreuungspflichten für Kinder, schwierig ist, in Vollzeit zu arbeiten, sind doch viele hochmotiviert, eine Vollzeitstelle zu erhalten“, so Fabian.

Die Firma Carwrapper hat nicht zum ersten Mal erfolgreich mit dem Jobcenter in Bezug auf eine Personaleinstellung kooperiert. „Die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter ist schnell und unkompliziert – ich kann das auch anderen Unternehmen nur weiterempfehlen“, so Marc Laskowski.

„Die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter ist schnell und unkompliziert – ich kann das auch anderen Unternehmen nur weiterempfehlen.“

Marc Laskoswki | Geschäftsinhaber der Firma „Carwrapper“

Sehr begünstigend für die erfolgreiche Vermittlung von Herrn Aleksanyan waren seine fachlichen Kenntnisse. Vor seiner kriegsbedingten Flucht aus der Ukraine nach Deutschland im Frühjahr 2022 war er selbstständig in seiner Heimatstadt Kiew als Folierer tätig und musste deshalb fachlich nicht aufwändig eingearbeitet werden. Zu Beginn war die sprachliche Verständigung schon ein Hindernis, welches aber durch entsprechende Integrations- und Deutschkurse seitens des Jobcenters schnell beseitigt werden konnte. Zudem liegt der Schwerpunkt der Arbeit ausschließlich im handwerklichen Bereich, bei der mehr eine fachlich korrekte Ausführung im Vordergrund steht. So nimmt Herr Aleksanyan selbstständig Auto- und Bootsfolierungen inklusive Scheibentönungen vor, um z. B. die Farbe des Fahrzeugs zu ändern oder den Lack vor Steinschlägen zu schützen. Dabei werden auch ganz individuelle Kundenwünsche mit sehr speziellen Gestaltungsvorstellungen erfüllt. „Wir haben eine große Auswahl von über hundert Folienfarben und Designs wie Metallic, Matt, Glanz oder Carbon und können mit unseren Folierungen den Fahrzeugen einen einzigartigen Look geben“, sagt Marc Lawskoski nicht ohne Stolz.

Aram Aleksanyan und Marc Laskowski präsentieren stolz einen sehr individuellen Gestaltungsentwurf.

„Auch wenn es für einige Menschen schwierig ist, in Vollzeit zu arbeiten, sind doch viele hochmotiviert, eine Vollzeitstelle zu erhalten.“

Roman Fabian  | Integrationsfachkraft Jobcenter Flensburg

Nicht nur bei der Arbeit verstehen sich Aram Aleksanyan und Marc Laskowski gut. Mittlerweile trifft man sich auch mal zusammen mit Ehefrau Ronja Laskowski im privaten Rahmen, was wiederum zu einer guten Atmosphäre bei der Arbeit führt. „Ich fühle mich in dieser familiären Atmosphäre sehr wohl und wir sind ein starkes Team mit einem tollen Chef“, sagt ein glücklicher Aleksanyan. Im Hinblick auf seine Zukunft wünscht er sich allerdings vor allem eins: Dass der Krieg in der Ukraine bald sein Ende findet.

Sie verstehen sich auch im privaten Rahmen sehr gut: Aram Aleksanyan und Marc Laskowski

 

Vermittlung von geringfügig Beschäftigten
Das Ziel bei der Vermittlung von geringfügig Beschäftigten ist, den nächsten Integrationsschritt in den Arbeitsmarkt zu fördern: vom Nebenverdienst in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Dies geschieht im Idealfalle durch eine entsprechende Aufstockung von Arbeitsstunden und Verdienst beim selben Arbeitgeber sein. Bei Bedarf werden die Unternehmen für eine passgenaue Qualifizierung der Mitarbeitenden auch finanziell unterstützt.

Vorteile für alle Beteiligten:

Arbeitnehmer

  • finanzielle Unabhängigkeit
  • höheres Einkommen
  • Erwerb höherer Rentenansprüche

 

Arbeitgeber

  • höhere Mitarbeiterbindung
  • erhöhte Arbeitsleistung im Unternehmen
  • Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit

 

Gesellschaft

  • Einsparung von Transferleistungen (Bürgergeld, Wohngeld)
  • mehr Steuereinnahmen
  • höhere Einnahmen in der Sozialversicherung
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